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Nachhaltigkeit und Energiewende
10.11.2020

Indoor-Garten: Ein spannender Wohntrend

Es gibt viele Möglichkeiten das Grün von draußen in die eigenen vier Wände zu holen: Mit unseren Tipps erweckst du deinen Indoor-Garten zum Leben.

Vom Pflücksalat auf der Fensterbank bis zur Kräuterwand in der Küche: Der Anbau von Gemüse und Kräutern in den eigenen vier Wänden liegt im Trend. Denn so kannst du dich auch ohne Garten selbst mit frischen Lebensmitteln versorgen. Was ist beim Indoor Gardening zu beachten? Wir haben mit Pflanzenprofi Alexander Penzias von Ponix Systems gesprochen.

Ausrüstung und Pflanzen anschaffen

„Für den Start reichen Blumentopf, Saatgut, Erde und Dünger als Ausrüstung. Eine Gießkanne sollte man ebenfalls daheim haben. Und wer sich nicht dreckig machen will, nimmt am besten einen Handspaten“, erklärt der Indoor-Garten-Profi Alexander Penzias. Alternativ gibt es bereits Sets für vertikale Wandgärten oder Mini-Gewächshäuser zum Kaufen. „Wer sich das Gärtnern erleichtern möchte, kann auch zu einer Hydrokultur greifen, die ohne Erde auskommt.

Hier wachsen die Pflanzen im Wasser heran. “Anfängerinnen und Anfängern empfiehlt Alexander Penzias den Anbau von Kräutern. Im Grunde eignet sich aber fast jede Pflanzenart für den Indoor-Garten. Nur der Anbau von Obst gestaltet sich schwieriger. Denn diese Pflanzen brauchen bei der Blüten- und Fruchtbildung mehr Nährstoffe. Unabhängig von der Pflanzenart solltest du dich jedenfalls auch über Dünger und Schädlinge informieren.

Pflanzen, Topf, test
Wer Samen anpflanzt oder Keimlinge zieht, hat das ganze Jahr über frische Kräuter und Gemüse. © DementevaJulia/Shutterstock

Den richtigen Platz finden

Damit eine Pflanze im Zimmer gut und gesund wachsen kann, braucht sie den richtigen Platz. In der eigenen Wohnung eignet sich dazu ein Ort mit Sonnenlicht, der nicht zu warm ist. Wohl fühlt sich der Indoor-Garten beispielsweise auf dem südseitig ausgerichteten Fensterbrett oder der Fensterbank. Vertikale Wandgärten sparen Platz und begrünen Wände. Ist das Sonnenlicht zu schwach, kannst du deine Pflanzen auch mit LED-Lampen beleuchten. Achtung: Die meisten Kräuter und Salate haben einen höheren Lichtbedarf als viele Zierpflanzen.

Auch die Luftfeuchtigkeit im Zimmer spielt eine Rolle – denn je feuchter die Luft ist, umso seltener muss gegossen werden. Kleiner Tipp: Einfach mit dem Finger einen Zentimeter tief in die Erde fahren, um die Feuchtigkeit zu überprüfen. In der Heizperiode kann es helfen, die Pflanzen mit Wasser zu besprühen oder Samen unter einer Folie zu ziehen. Auch regelmäßiges Lüften stimuliert die Pflanzen.

Blumen, Fensterbrett
Ob Salbei oder Basilikum: Kräuter fühlen sich auf der Fensterbank wohl. © anich/Shutterstock

Warum Gemüse und Kräuter zuhause ziehen? 

  • Keine chemischen Zusätze: Wenn du Kräuter und Gemüse in den eigenen vier Wänden anpflanzt, verzichtet du auf Pestizide. Und du weißt, was du zu dir nimmst.
  • Wenig Platzverbrauch: Für den eigenen Garten zuhause ist nicht viel Platz nötig. Ob auf dem Fensterbrett oder auf dem Esstisch – Pflanzen fühlen sich an vielen Orten wohl.
  • Endlich durchatmen: Pflanzen in der Wohnung sorgen für ein angenehmes Raumklima und filtern Schadstoffe aus der Luft.
  • Gute Laune: Ein begrünter Innenraum wirkt sich positiv auf das Gemüt aus.

Die Bedürfnisse einzelner Pflanzen beachten

Jede Pflanze hat ihre besonderen Vorlieben. Für den Start eignen sich beispielsweise Sprossen oder Keimlinge, wie Kresse oder Erbsen. Kresse ist bereits nach einer Woche bereit für den Verzehr, bei Erbsen dauert es zwei bis drei Wochen. Schnellwachsende Kräuter wie Schnittlauch oder Petersilie wachsen gut auf einer südseitig ausgerichteten Fensterbank – Schnittlauch fühlt sich bei kühleren Temperaturen besonders wohl. Basilikum ist relativ pflegeleicht. Für Kohlgemüse wie Sellerie oder Broccoli eignen sich vor allem tiefe Behälter. 

Salatpflanzen wie Kopf- oder Feldsalat brauchen ausreichend Platz: „Salate können einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern bekommen. Daher sollten sie nicht zu nah aneinander gepflanzt werden“, erklärt Alexander Penzias. Auswuchernde Pflanzen wie Zucchini sind weniger zu empfehlen, da der Platz im Innenraum dafür oft nicht ausreicht. Manche Bohnenarten – wie die Buschbohne oder die Stangenbohne – benötigen ein kleines Gerüst, um zu wachsen.

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Ob an der Wand oder auf dem Fensterbrett: Die Pflanzen im Indoor-Garten brauchen spezielle Pflege. © tsarevv/Shutterstock
Pflanzen, Wand
"Salate können einen Durchmesser von bis zu 20 Zentimetern bekommen. Daher sollten sie nicht zu nah aneinander gepflanzt werden."
Alexander Penzias, Geschäftsführer von Ponix Systems

Die beste Zeit für Anbau und Ernte 

Eigene Kräuter und Gemüsesorten aus dem Indoor-Garten lassen sich das ganze Jahr über genießen. Für den erfolgreichen Anbau empfiehlt es sich jedoch, die empfohlene Zeit zu beachten. Die meisten Pflanzen benötigen viel Licht für ihr Wachstum und besitzen eine innere Uhr. Das heißt, dass sie nur während bestimmter Monate oder Jahreszeiten austreiben.

Besonders Rucola und Schnittlauch freuen sich über Sonnenstrahlen in der warmen Jahreszeit. Pflanzenarten wie Winterkopfsalat oder Knollensellerie brauchen nicht viel Licht und sind auch im Winter zufrieden. Das gilt vor allem für den Außenbereich, also den Balkon: „Wer im Oktober Winterkopfsalat säht, kann ihn im Frühjahr ernten“, so Penzias. 

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Ob im Frühling oder Winter: Gärtnern macht zuhause das ganze Jahr über Spaß. © pikselstock/Shutterstock

Beliebte Pflanzen in der Wohnung

  • Kräuter: Basilikum, Schnittlauch, Petersilie, Majoran, Rosmarin, Thymian, Minze
  • Sprossen: Kresse, Erbsen oder Mungobohnen 
  • Gemüse: Radieschen, Sellerie, Tomaten, Mangold, Spinat, Paprika, Chilis
  • Salat: Rucola, Feldsalat, Pflücksalat
Sofa, Mann
Mit dem vertikalen Indoor-Garten „Herbert“ lassen sich das ganze Jahr über Gemüse und Kräuter an der Wand produzieren. © Ponix Systems

Stylisher Helfer für den Indoor-Garten 

Mit Ponix Systems sorgt der 34-jährige Wiener Alexander Penzias für smarte „Gemüseanlagen“ im Innenraum. Die Idee des zusammen mit Alvaro Lobato-Jimenez gegründeten Start-ups: Urbane Haushalte sollten einfach selbst Nahrungsmittel produzieren können. Der vertikale Garten „Herbert“ ist ein mit LED-beleuchteter Bilderrahmen, mit dem sich Kräuter und Gemüse an der Wand ziehen lassen. Dazu braucht es keine Erde, sondern nur Wasser. So entsteht kein Schmutz und aufgrund des Sammelbeckens kann auch kein Wasser auslaufen. 

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