Snow Power- Die Drohnen und der gefrorene Strom

Schnee ist nichts anderes als gefrorener Strom. Mit digitaler Technologie berechnen Forscher unter dem Decknamen "Snow Power" das Potenzial, dass im Hochgebirge lagert. Unverzichtbar dabei ist die Flug-Drohne.

Die Schneemengen in Österreichs Alpen spielen für die Wasserkraftwerke von VERBUND eine wesentliche Rolle – sie tragen jedes Jahr  maßgeblich zur Füllung von Speicherseen bei. So kann der  Jahreszulauf in den Speichern bis zu 30 Prozent aus Wasser aus geschmolzenem Schnee bestehen. Der voranschreitende Klimawandel und die damit einhergehenden Temperaturschwankungen führt zu  immer größeren Unterschieden in den Schneelagen.  Eine genaue Modellierung und Vorhersage des Schmelzzuflusses wird somit immer wichtiger , um eine noch effizientere Nutzung von Wasserkraftwerken zu gewährleisten.


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Snow Power: Drohne im Hochgebirgseinsatz

In den Wintermonaten sind viele dieser hochalpinen Gebiete nicht zugänglich und somit sind keine genauen Daten über die vorhandene Schneemenge vorhanden. Aus diesem Grund entwickelt VERBUND eine wirtschaftlich-effiziente Methode, um Daten aus diesen Regionen sammeln zu können. Dabei wird der rasante Fortschritt auf dem Gebiet der Drohnen und Digitalkameras genutzt, denn diese können im hochalpinen Raum unbemannt eingesetzt werden. Die Drohnen liefern vom Einzugsgebiet hochauflösende Bildaufnahmen, die zur Schneehöhen-Ermittlung weiterverarbeitet werden. Dabei nehmen die Drohnen eine Vielzahl von Fotos von der Geländeoberfläche im Projektgebiet auf – durch die Anwendung von Photogrammetrie werden aus den georeferenzierten Bildern 3-dimensionale Höhenmodelle rekonstruiert.  Dieser Prozess findet im schneefreien Sommer, sowie im anschließenden Winter statt. 

Aus der Differenz der Höhenwerte ergibt sich die Höhe der Schneedecke und das Volumen der Schneedecke im Einzugsgebiet. Das Wissen über die Höhe der Schneedecke reicht jedoch noch nicht aus, um festzustellen wieviel Wasser in den hochalpinen Lagen in Form von Schnee gespeichert ist. Zur Veranschaulichung: Frischer Pulverschnee – besonders beliebt bei SkifahrerInnen – ist relativ trocken und enthält deutlich weniger gespeichertes Wasser als älterer, abgesetzter Schnee. 

Aus diesem Grund ist in dem Projekt SNOWPOWER ebenso das Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft der Universität für Bodenkultur (BOKU) involviert. Mit modernen Schneedeckenmodellen und neuen Messeinrichtungen im Versuchseinzugsgebiet bei der Kölnbreinsperre wird ein Modell entwickelt, das die Schneehöhen in den sogenannten Schneewasserwert umwandelt. Der Schneewasserwert wird dann in hydrologischen Prognosemodelle von VERBUND eingearbeitet und daraus eine Modellierung und Vorhersage des Schmelzzuflusses erstellt.
Mittelfristig soll die erprobte Methodik dann auch auf weitere Gebiete ausgedehnt werden und langfristig flächendeckend zum Einsatz kommen.