Elektrotankstelle, Laden
Nachhaltigkeit und Energiewende
10.11.2020

Schon gewusst? Elektroautos im Faktencheck

Unpraktisch, teuer, nicht marktreif? Zu Elektroautos kursieren viele Vorurteile. Wir haben die Fakten gecheckt: Hier findest du Tipps und Antworten.

Mit dem Elektroauto einfach von A nach B fahren, in der Batterie Strom aus sauberen Energiequellen – so sieht die Zukunft aus. Doch noch immer hat Elektromobilität mit vielen Mythen zu kämpfen. Wie weit kommt man mit einem E-Auto? Wie sieht es mit den Ladestationen aus? Und wie lang hält der Akku? Wir klären diese und weitere Fragen auf.

Wie lang dauert das Laden eines E-Autos wirklich? 

Die Ladezeit ist abhängig vom Fahrzeugtyp und der Leistung der Ladestation. Ein Richtwert: Bei vielen der sogenannten Schnellladestationen lassen sich bis zu 80 % des Akkus in rund 20 Minuten aufladen. Das Laden an einer „normalen“ Ladestation benötigt meist noch mehrere Stunden. Doch das Schnelladenetz wächst und auch die Ladeleistung der Fahrzeuge nimmt zu. In der Zukunft wird das Laden nicht mehr Zeit brauchen als heute das Tanken. 

Tipp: Der E-Tankstellen-Finder zeigt bereits mehr als 5.200 Ladestationen in Österreich an.

eLadestation, Tankstelle, Rastplatz
Laden in ganz Österreich: Bei SMATRIS-Ladestationen werden E-Autos mit sauberer Wasserkraft aufgetankt. © SMATRICS

SMATRICS-Ladelösungen

Das Netz von SMATRICS ist Österreichs einziges flächendeckendes Hochleistungs-Ladenetz. Mehr als 450 Ladepunkte stehen zur Verfügung. Davon sind rund 210 Highspeed-Ladepunkte entlang der Autobahnen und in Ballungszentren. Der Strom wird von VERBUND aus 100 % Wasserkraft gewonnen. Das Unternehmen bietet außerdem Roaming in elf europäischen Ländern an. Mehr: SMATRICS

Wie weit kommt man mit aktuellen Modellen?

Die Reichweite der meisten Elektroautos mit vollgeladenem Akku liegt noch unter einer Tankfüllung Diesel oder Benzin. Doch viele Mittelklasse-E-Autos erreichen bereits 300 bis 400 Kilometer. Das ist für den durchschnittlichen Bedarf mehr als ausreichend: Laut einer Analyse des Verkehrsclub Österreich sind 94 % der täglichen Autofahrten kürzer als 50 Kilometer, der Großteil liegt unter 20 Kilometern. Wieviel Strom das E-Auto beim Fahren tatsächlich verbraucht, hängt von verschiedenen Faktoren ab: etwa, wo und wie schnell du fährst und ob du die Heizung oder Klimaanlage aufdrehst. 

Tipp: Wenn du beim Fahren die elektrische Verzögerung nutzt, statt zu bremsen, kannst du die Reichweite beeinflussen. Diese Form der Energierückgewinnung nennt sich auch „Rekuperation“.

Auto, Batterie, Anzeige
Wie weit komme ich mit dem E-Auto? Das lässt sich mit dem Reichweitenrechner berechnen. © Daniel Krason/Shutterstock

Hilfreiche Tools für den Start 

  • Reichweitenrechner: So weit kommst du elektrisch mit einem E-Auto, Hybrid oder Plug-in-Hybrid.
  • Gratis-Parken: In diesen österreichischen Städten parken E-Autos kostenlos.

Was kosten E-Autos?

Elektroautos sind beim Kauf noch teurer als Benziner oder Dieselautos. Doch über einen längeren Zeitraum hinweg lässt sich bares Geld sparen. Wer etwa mit einem Elektroauto (Akkukapazität: 65 Kilowattstunden) 20.000 Kilometer pro Jahr fährt, kann in Summe mit rund 700 Euro für Ladungen rechnen. Bei einem gleichwertigen Dieselfahrzeug sind die Tankgebühren fast doppelt so teuer. Zudem fallen in der Regel weitere Mehrkosten an – zum Beispiel für den intensiveren Wartungsaufwand.

Tipp: Mit diesem Kostenrechner für Elektroautos kannst du deine Einsparung einfach berechnen.

Wie lang hält die Batterie?

Die zurzeit gebräuchlichen Lithium-Ionen-Batterien halten mindestens zehn Jahre oder rund 4.000 Ladevorgänge. Rechnet man mit einer Aufladung nach rund 200 verbrauchten Kilometern, hält ein Akku somit wenigstens 800.000 gefahrene Kilometer. Nach der Nutzung im E-Auto kann der Akku weiterverwendet werden, zum Beispiel als Zwischenspeicher in Gebäuden. Künftig sollen Batterien von E-Autos auch verstärkt recycelt werden – Pionierarbeit leistet hier das steirische Unternehmen Saubermacher. Mehr Infos: So werden Lithium-Ionen-Batterien recycelt

Tipp: Richtiges Laden hilft, dass die Batterie länger hält: Die Batterie sollte weder komplett geladen, noch vollständig entleert werden. Langsames Laden ist schonender als Schnellladen.  

Wie umweltfreundlich sind E-Autos tatsächlich?

Dazu muss man die Herstellung, den Gebrauch inklusive Schadstoffausstoß und die Entsorgung des Fahrzeugs bewerten. In der Produktionskette – etwa bei Rohstoffgewinnung und Batterieproduktion – kann bei E-Autos mehr Energie erforderlich sein als bei Autos mit Verbrennungsmotoren. Über den gesamten Lebenszyklus verursachen E-Autos laut dem Österreichischen Klima- und Energiefonds jedoch 70 bis 90 % weniger CO2. Beim Faktencheck E-Mobilität wurde auch der österreichische Strommix (inklusive Importe) eingerechnet.

Tipp: Ein mit sauberer Energie – wie Strom aus Wasserkraft – geladenes Elektroauto verursacht im Betrieb keine CO2-Emissionen

Wasserstoffauto, Tanken
Werden sich auch Wasserstoffautos in Österreich durchsetzen? © Alexander Kirch/Shutterstock

Im Check: Elektroauto oder Wasserstoffauto? 

Sowohl das Elektroauto als auch das Wasserstoffauto laufen mit einem Elektromotor. Werden sie mit Grünstrom betrieben, fahren beide klimaneutral. Beim E-Auto wird der Strom getankt und in der Batterie gespeichert. Im Wasserstoffauto wird der Strom mit einer Brennstoffzelle lokal erzeugt. In Sachen Energieeffizienz haben E-Autos die Nase vorn: Die Batterie eines E-Autos hat einen Wirkungsgrad von 90 %, der Wirkungsgrad einer Brennstoffzelle liegt bei 50 %. 

Die Reichweite von Wasserstoffautos ist hingegen derzeit noch höher und auch das Tanken geht einfacher und rascher als das Laden eines E-Autos. Aktuell gibt es erst rund zwei Dutzend Wasserstoffautos und fünf Wasserstofftankstellen in Österreich.

Wie sicher und bequem ist das Fahren?

Für manche ist die Automatikschaltung neu. Ansonsten gibt es beim Fahren mit dem Elektroauto nur wenig Unterschiede. E-Autos lassen sich aus dem Stand rasch beschleunigen. Die am Fahrzeugboden eingebauten Batterien sorgen für eine gute Straßenlage, auch in Kurven. Ein weiterer Vorteil im Vergleich zu konventionellen Antrieben ist die geringe Lautstärke. Um die Sicherheit zu erhöhen, müssen alle neuen E-Fahrzeuge seit Mitte 2019 mit einem künstlichen Geräusch bei Geschwindigkeiten bis 20 km/h ausgestattet sein. Das erhöht die Sicherheit, etwa beim Einparken.

Tipp: Der Automobilclub ÖAMTC bietet hilfreiche Informationen und Services: Elektromobilität.  

Der Verkehrssektor ist mit fast einem Drittel der Emissionen der größte Verursacher von Treibhausgasen in Österreich. Der Klimaschutz wird nur dann erfolgreich sein, wenn wir auch unsere Mobilität umstellen. Der Umstieg auf das E-Auto kann ein erster wichtiger Schritt dazu sein.

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