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Smart Living und Innovationen
10.11.2020

Fliegend in die Zukunft: Die Welt der Freestyle-Drohnen

Wie gelingt eine bisher nie gesehene Videoaufnahme? Filmer Christoph Tilley über Freestyle-Drohnen, spektakuläre Stunts und Tipps für den Start.

Mit Höchstgeschwindigkeit die Hausmauer emporfliegen, ein Looping und schon geht es im Sturzflug durchs Fenster: Wenn der Filmemacher Christoph Tilley seine Freestyle-Drohne steuert, wird er selbst zum Insekt. Via Videobrille verfolgt er jede Bewegung des kleinen Gefährts aus der Egoperspektive. Ein Adrenalinrausch, der auch immer mehr Menschen in Österreich in seinen Bann zieht.

Kleine Düsenjäger, großer Wow-Effekt

Christoph Tilleys Leidenschaft begann vor rund zwei Jahren. „Ich bin als Filmer immer auf der Suche nach bisher nicht dagewesenen Aufnahmen. Als damals die ersten Videos mit Freestyle-Drohnen veröffentlicht wurden, wusste ich: Das ist meins“, erinnert er sich. Im Unterschied zu herkömmlichen Drohnen punktet das Freestyle-Modell mit Wendigkeit und unglaublicher Geschwindigkeit. In 0,1 Sekunden erreicht sie 40 km/h. Dank einer eingebauten Kamera können beeindruckende Aufnahmen gemacht werden. Das beweist Tilley aktuell auf seinem TikTok-Channel.

Ein weiterer Unterschied zu klassischen Drohnen: Freestyle-Drohnen werden nicht per Computer gesteuert, sondern mit dem Joystick. Das erfordert Können und viel Übung. Die Pilotinnen und Piloten tragen dabei eine Videobrille, mit der sie selbst in die Perspektive der Drohne schlüpfen. Außerkörperlichen Erfahrungen sind dabei keine Seltenheit: „Als ich bei meinem ersten Flug einen fremden Mann in meiner Wohnung stehen sah, war ich leicht irritiert“, schmunzelt Tilley. „Zum Glück habe ich schnell gemerkt, dass ich das selbst war.“

Videotipp: Christoph Tilley, der Drohnenpilot

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„Flying through my room like a crazy bee“ – Christoph Tilley und seine Drohne in Aktion. © Christoph Tilley

Von Drohnenrennen zu Luftakrobaten

Mit seinem Hobby ist Christoph Tilley nicht allein. Die Ursprünge des Trends gehen bis ins Jahr 2014 zurück. Damals begannen in Australien sogenannte FPV Racing-Drohnen (First Person View – frei übersetzt: Rennen aus der Ich-Perspektive) populär zu werden. Sie wurden vor allem für Flugrennen genutzt. Ähnlich wie beim Snowboarden folgte dann die Weiterentwicklung zur Freestyle-Variante. Hier geht es nicht darum, schnell einen Parkour zu meistern, sondern coole Tricks zu vollführen.

Mittlerweile gibt es auf der ganzen Welt Wettbewerbe. Auch in Österreich rückt der Drohnensport langsam aus der Nische. Dafür sorgt zum Beispiel der Verein Vienna FPV. Die Gruppe von Pilotinnen und Piloten aus Wien und Niederösterreich veranstaltet in den warmen Monaten eine eigene Rennserie. Mehr Infos gibt es auf Wiener Whoop Racing League.

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"Als Filmer bin ich immer auf der Suche nach ungesehenen Aufnahmen. Freestyle-Drohnen ermöglichen unglaubliche Perspektiven und sind ein echter Nervenkitzel für Pilotinnen und Piloten. "
Christoph Tilley, Filmemacher

Anzeige nach Silvestervideo

Laut Schätzungen des ÖAMTC gibt es heute in Österreich bis zu 100.000 Drohnen. Die meisten davon haben mit dem Freestyle-Trend nichts gemein. Sie zählen zu den computerunterstützten Flugdrohnen mit Satellitennavigation. Damit können langsame, gleichmäßige Aufnahmen gemacht werden. Auch Christoph Tilley sammelte mit einem solchen Modell erste Erfahrungen – und stolperte sogleich in ein Fettnäpfchen. „Zu Silvester 2014 flog ich um das Wiener Riesenrad und machte beeindruckende Aufnahmen vom Feuerwerk. Tags darauf schneite eine Anzeige herein“, erinnert er sich. 

Denn Fakt ist: Mit Drohnen ist nicht alles erlaubt. Als Flugobjekte mit über 250 Gramm Gewicht unterliegen sie strengen Bestimmungen. So dürfen zum Beispiel in städtischen Gebieten wie in Wien nur dann Drohnenflüge unternommen werden, wenn die Aufnahmen im öffentlichen Interesse liegen. Die Genehmigung dazu erteilt die heimische Flugbehörde Austro Control. Wissenswertes zu den Vorschriften rund um Drohnen bietet die Drohnen-Themenseite des ÖAMTC.

Familie, Dronenshot
Nur fliegen ist schöner: Christoph Tilley mit seiner Familie aus der Drohnenperspektive. © Christoph Tilley

Freestyle-Drohnen brauchen keine Genehmigung

Mit Herausforderungen wie diesen haben Pilotinnen und Piloten von Freestyle-Drohnen nicht zu kämpfen. Ihre Flugmaschinen sind unter 250 Gramm schwer und damit nicht genehmigungspflichtig. Das leichte Gewicht kommt daher, weil sie in der Regel viele selbstgebaute Elemente enthalten. So findet sich auf Tilleys Drohne eine GoPro-Kamera mit selbstkonstruierter Hülle, um nicht über das Gewichtslimit zu kommen. 

Handwerkliches Geschick macht sich auch finanziell bezahlt. „Anfängerinnen und Anfänger müssen davon ausgehen, dass sie die ersten 20 Drohnen an die Wand fahren“, meint der gebürtige Wiener. Da eine neue Drohne einige hundert Euro kostet, lohnt sich der Griff zu Ersatzteilen und Lötkolben. „Mittlerweile habe ich schon rund 40 Drohnen gebaut“, so Tilley. „Ich weiß gar nicht, was mir mehr Spaß macht – das Basteln oder das Fliegen.“

Tipp: Drohnensimulator und Drohnen-Info App

  • Erste Flugerfahrungen sammeln, ohne einen Totalcrash zu landen? Flugsimulatoren machen es möglich. Ein Beispiel ist der Drohnensimulator der Drohnen Champions League
  • Mit der ÖAMTC Drohnen-App sind Pilotinnen und Piloten klassischer Flugdrohnen unterwegs gut informiert.

Drohnenabenteuer beim Bundespräsidenten

Dass Christoph Tilley seine Drohne längst im Griff hat, zeigen aktuelle Projekte. Mit seiner Filmagentur MXR Productions drehte der Mitdreißiger im Herbst ein Drohnenvideo in der Wiener Hofburg. Ein waghalsiges Projekt – immerhin flog Tilleys Drohne mit 25 km/h um den Kopf des Bundespräsidenten herum. Wie es in Zukunft weitergehen wird? „Ich hoffe auf spannende Aufträge und viele ganz neue Aufnahmen“, sagt Tilley. Das Drohnenabenteuer hat gerade erst begonnen.  

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So hast du die Hofburg noch nicht gesehen. Christof Tilleys Video in der Hofburg sorgte am Nationalfeiertag für Aufmerksamkeit.

Drohnen für sicheren Strom

Schon gewusst? Drohnen werden auch genutzt, um das heimische Stromnetz in Schuss zu halten. Das VERBUND-Tochterunternehmen Austrian Power Grit (APG) setzt sie für Kontrollflüge ein. Das erleichtert die Sicherheitschecks – denn das überregionale Netz ist rund 3.500 Kilometer lang und verläuft oft in unwegsamem Gelände. Weitere Informationen findest du hier: Drohnen bei der APG 

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Game of Drones – die Austrian Power Grid setzt für ihre Sicherheitschecks Drohnen ein.
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